Programm

Antilopen Gang (Düsseldorf)

Antilopen Gang besteht aus den Rappern Danger Dan, Koljah und Panik Panzer. Im Gegensatz zu anderen Gangs beanspruchen sie kein bestimmtes Territorium, jedoch haben auch sie gangtypische Erkennungszeichen wie Tätowierungen, Sprachcodes und einen eigenen Humor. Und wie in jeder Gang sind all ihre Mitglieder Brüder. Danger Dan und Panik Panzer sogar leibliche.
In den vergangenen Jahren veröffentlichte die Gang nach dem D.I.Y.-Prinzip zahlreiche Alben und EPs in verschiedenen Konstellationen und tourte durch sämtliche autonome Zentren und zwielichtige Schuppen der Republik. Erschüttert wurde die chaotische, aber verhältnismäßig heile Welt der Antilopen Gang im März 2013, als Bandmitglied NMZS sich das Leben nahm. Nach dieser Tragödie löste die Gang sich nicht auf, sondern kehrte nach einer kurzen Auftrittspause auf die Bühne zurück und demonstrierte die eigene Unbeirrbarkeit.
Im November 2014 erscheint nun über JKP das Quasi-Debütalbum der Antilopen Gang: „Aversion“, welches von einer alles bestimmenden Aversion handelt, die sich gegen die Gesellschaft und die Welt genau so richtet wie gegen sich selbst. Die Gang begegnet existentiellen und politischen Themen dabei nicht nur mit Ironie, hat ihren irgendwo zwischen Feinsinnigkeit und Stumpfsinnigkeit angesiedelten Humor aber trotzdem nicht verloren.
Die Liveshow der Antilopen Gang war schon immer ein Erlebnis, meistens sogar ein positives. Antilopen live ist revolutionsromantischer Rüpel-Rap par excellence, aber auch mehr als das: Der DJ trommelt auf Metallschrott, schamlos kitschige Piano-Einlagen mit mehrstimmigen Gesängen werden abgelöst von unvermittelten Gabba-Gewittern oder Punkrock samt Schweinepogo. Ein Wechselbad der Gefühle. Und im Publikum kann man sich mitunter fühlen, als sei man der Zuschauer eines Zauberkünstlers, der jederzeit damit rechnen muss, dass ausgerechnet er vom Zauberer auf die Bühne geholt und in zwei Teile zersägt wird.
Die Zeit ist reif für die Antilopen Gang und ihre „Aversion“.

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Snovonne (USA)

Female Progressive-metaller – a singer and songwriter born in Slovakia, living in the USA. Her music combines temperament and unpredictability, orchestral and theatrical monumentality and playful bitterness of language.

A brave mix of temper and heavy riffs with fragile and heart-breaking melodies. Pure elegance in all the dark shades full of expression and emotion. Every word she writes and each note she sings is lived through to the bone. This authenticity makes the Sno-fans personally relate to her – they even translate the lyrics into different languages and present them on their profiles as something that defines their personality. Rock and metal is where Sno feels at home but she usually mixes in elements from different genres. As she says: „it’s depending on what the song needs“.
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Trouble Orchestra (Hamburg)

TROUBLE ORCHESTRA – mit dem mitreißenden „Staub Der Straßen“ (feat. MARIE CURRY am Gesang) ein herausstechendes Highlight der aktuellen AUDIOLITH-Labelcompilation und mit der 7″-EP „Graupausen“ als hoffnungsvolle Newcomer eingeführt, wagen jetzt auf Albumlänge das eigentlich Undenkbare: Hip Hop und Rock, bzw. Indie und Post-Punk zusammenzudenken. Muss das denn eigentlich sein? Unangenehme Erinnerungen an heute zu Recht als bieder und stumpf geltende 90er Jahre-Crossover-Pannen sind unausweichlich. Umso erstaunlicher, dass das Sextett so leichtfüßig einen überraschend innovativen und quicklebendigen Gegenentwurf aus dem Ärmel schüttelt. Ein Mutant aus linkem, intelligentem Hip Hop und Indie, der beweist, dass Rap auch ohne Gangsterpose groß sein kann, wenn er klug, dreist und nah am Leben ist.

Denkt man die kritisch-linke, selbstreflektierte und dennoch nicht spaßbefreite Attitüde der TickTickBoom-Crew, aus deren Kreisen JOHNNY MAUSER kommt, mit avanciertem Postpunk-Freigeist, wie er von Bands wie ADOLAR vertreten wird oder Indie-Gitarren-Ethos wie beispielsweise bei VIERKANTTRETLAGER zusammen, kommt man dem Ansatz der Hamburger schon recht nahe. Nicht von ungefähr im Leipziger LALA-Studio produziert, wird bei TROUBLE ORCHESTRA ein verspielter, offener Umgang mit den Genres und ihren Schranken bevorzugt. Dass Gitarrist JAKOB, der auch die kontrastierenden klaren Melodiegesangsparts beisteuert, als ZINNSCHAUER dem progressiv-verfrickelten Post-Hardcore-Wahnsinn huldigt, passt da bestens ins Bild. Auf „Heiter“ trifft ein seriöses und cleveres Indie- Punk- und Post-Hardcore-Verständnis, wie es ansonsten vielleicht von Labels wie UNTERM DURCHSCHNITT, ZEITSTRAFE oder KAPITÄN PLATTE etabliert wurde, auf ein mehr als ambitioniertes Vokalgespann, das Musik und Groove nicht dem Versmaß und Reimschema unterwerfen will. Die Strukturen sind gerade so offen, verspielt und anregend, weil die austarierten Wechsel zwischen Sprechgesang-Parts und gesungenen Passagen so selbstverständlich und ungezwungen wirken und mit rhythmischen Details genial ineinander verzahnt werden. Dass dabei schlaue und poetische Texte entstehen, die gleichermaßen Stimmungen auffangen, weiterbearbeiten und erzeugen wie auch Statements und unbequeme Haltungen raus lassen, ist umso erfreulicher. Hier geben sich Rhythmus und Melodie, Gesang und Text gegenseitig genau so viel Luft, dass etwas Großes entstehen kann. Gitarren umspielen einander mit filigranen Melodieläufen oder geben sich sperrfeuerartige Duelle mit dem breakhaltigen Stop-and-Go-Flow von Bass und Schlagzeug. Songs wie das sich behutsam dynamisch auftürmende Titelstück, das schwebend- atmosphärische „Angst“, das trocken grooverockende „Menschen“ oder „Graupausen“ mit seinem tänzelnd eleganten Beat vereinen lässige Eingängigkeit mit hochseriösem Anspruch, reißen mit, machen neugierig, lassen aufhorchen. Ein bisschen Pathos ist erlaubt – und Ohrwürmer auch. Angst, Zweifel, Melancholie und Sehnsucht begegnen augenzwinkernden Hoffnungsblitzen. Das Ganze kommt mit Drive daher, mit Lyrics zum Mehrmals-Hören.

„Immer im Rausch.
Und wenn es regnet, dann geh’n wir raus
und schrei’n in die Welt, wie schön sie ist!“

„Heiter“ ist weitaus mehr als nur ein gelungenes Experiment. Es ist ein Album mit einem unbedingt innovativen Anspruch, das nicht an sich selbst scheitert. Hier wird Neues nicht nur ausprobiert, sondern zu Ende gedacht- ohne Furcht, mit viel Euphorie, Herzblut und uneitel-kollektiver Attitüde.

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MSOKE (Zürich)

Einer, der Mut und Selbstverwirklichung nicht nur träumt, sondern wahr macht. Seine eigene Biographie erzählt davon: Der Züricher MSOKE mit Wurzeln in Tansania hat sich ermöglicht, seine wahre, männliche Geschlechtsidentität zu leben. Er wurde als Namusoke im falschen Körper geboren und lebt sein Leben fortan als Mann. Keine Selbstverständlichkeit, wenn man die Homo- und Transphobie in weiten Teilen der Reggae-, Dancehall- und HipHop-Szene, aber auch in vielen anderen gesellschaftlichen Bereichen einkalkuliert.

MSOKEs neues Album “Free Motion”, auf dem er seine erwachsene und energetische Vision von Reggae mit der Welt teilt, ist ein klarer Beweis dafür. MSOKE , der mit namenhaften emanzipatorischen Artists wie Irie Revoltés, Berlin Boom Orchestra, Amewu, Nosliw und Sookee bei der Kampagne „Make Some Noise – Homophobia and Sexism out of my music“ engagiert ist, ist sowohl politisch als auch musikalisch eine wichtige, kräftige und moderne Stimme für die Reggae-Szene, die gut daran täte, seine Progressivität und Stärke zu unterstützen. Denn: Auf „Free Motion“ treffen Inhalt und Form qualitativ so hochwertig aufeinander, dass wir MSOKE einfach nur danken können, dieses aufwendige und ergreifende Album produziert zu haben.

In Zeiten der Einfachheit von digitaler Musikproduktion erscheint ein tatsächlich instrumental eingespieltes Album besonders wertvoll. MSOKE, der 2013 bei “Voice of Germany” das Publikum begeisterte, ist genau der organische, warme Sound eines tatsächlich instrumental eingespielten Albums ein Anliegen. Die Zusammenarbeit mit Marco Dreifuss (Piano), Patrick Sommer (Bass), Pius Baschnagel (Drums), David Stauffacher (Percussionist) und Philipp Grétien (Saxophon) zahlt sich aus und macht „Free Motion“ zu einem professionellen Reggae-Album, dessen Produktionsort man nicht in der Schweiz vermuten würde.

Free Motion hat das Zeug zu einem Klassiker, auch als gesellschaftspolitisches Statement: Stücke wie „Run“ oder „My Own Life“ können gar nicht anders als sich in den Soundtrack einer Bewegung einzuschreiben, die sich ganz klar gegen Sexismus, Homophobie, Transphobie und jegliche soziale Ungleichheit stellt.
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Dampf in allen Gassen
(Berlin und Potsdam)


Dampf in allen Gassen ist sozialrevolutionärer patchwork-punk, der sich stilistisch nicht einfangen lässt – irgendwo zwischen dreckigen ukulele-riffs und freejazzigen saxophon-soli, balkangeprägten akkordeonsounds und treibender percussion, offbeat-gitarre, punk auf geige und einem dubstyle-kontrabass…mit musiker_innen von atze wellblech, teds´n´grog und rest in risiko, generationsübergreifend und personell bewusst offen bleibend, aus berlin und drüber hinaus.

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Und dann zur Aftershowparty im Spartacus mit:

 

Tubbe (Berlin)

Ladies and Gentlemen, Tubbe!
Seit ihrem Debütalbum „Eiscafé Ravetto“, das 2013 bei Audiolith erschien, hat sich viel getan. Aus den Startlöchern Berlins sausten die beiden in alle Himmelsrichtungen: Kiev, Reeperbahnfestival, Moulin Rouge, Annaberg-Buchholz. Zeitgleich hat die Medienwelt ein Auge auf Tubbe geworfen und Bericht erstattet: Sender wie NJOY, Fritz und sogar 3sat haben ihren Senf dazu gegeben.
Jetzt kommt 2015 endlich das neue Album „Keine Arbeit Lieber Tanzen“.
Eine Maxime, die sich Tubbe mit gutem Gewissen auf die Fahnen geschrieben haben. Die Band meint: Konzerte sind das bessere Essengehen. Seid bezaubernd, seid froh, und hört auf zu joggen, wenn es euch keinen Spaß macht.
Wir empfehlen: Haltet es wie Tubbe, denn die wissen wie Glück geht.

Keine Arbeit. Lieber Tanzen.

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